Phil Recommends


JV is back
Sunday, 29. July 2007, 10:23
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John Vanderslice definiert seit über sieben Jahren den modernen San Francisco Indie-Sound: Irgendwie verschroben, stets kritisch aber immer ungezwungen lässig. Starke Melodien und gehaltvolle Texte machen ihn zu einem ernstzunehmenden Künstler. Seinen charakteristischen Sound nennt er selbst “dirty hi-fi” – da ist also nichts glatt und überproduziert. Entscheidend geprägt wird dieser Sound von seinem Tonstudio in San Francisco namens “Tiny Telephone”, wo er ausschließlich analoges Equipment einsetzt.

Vor einigen Tagen hat er sein sechstes Album herausgebracht. Die Platte nennt sich “Emerald City” in Anlehnung an die “grüne Zone” im Zentrum Bagdads. Sein neues Album ist also genau wie dessen Vorgänger, “Pixel Revolt”, politisch und gesellschaftskritisch geprägt. Emerald City ist typische Vanderslice-Kost – diesem Mann scheinen nie die Ideen auszugehen. Obwohl vielleicht eine Spur weniger zugänglich als Pixel Revolt, steckt Emerald City voll großartiger Songs hält seinen hohen Level vom ersten bis zum letzten Titel.

Wichtig ist nur, ihm Zeit zu geben und zuzuhören. JV ist anspruchsvoll, aber belohnt mit intelligenter Musik wie kaum ein anderer Künstler unserer Zeit. Emerald City lässt sich in Gesamtlänge beim Plattenlabel Barsuk anhören.



Kate Mosh – "Breakfast Epiphanies”
Wednesday, 20. June 2007, 0:03
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Einfach guter Indie-Rock. Kein Gejaule oder Gejammere. Sehr anhörbar und zugänglich. Punkt. Aus.



Lang lebe Boris Jelzin!
Monday, 14. May 2007, 21:31
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Boris Jelzin, wir wissen du bist tot – aber es gibt jemanden, der dich trotzdem immer noch liebt: Die Jungs von “Someone Still Loves You Boris Yeltsin”. Ja, der Bandname ist komisch und seit kurzem auch irgendwie ein wenig makaber.
Aber S.S.L.Y.B.Y. (der lange Bandname schreit ja förmlich nach einer Abkürzung…) machen coole, sommerliche Musik. Viel Gitarre, ein durchgängiger Surf-Sound und definitiv Lo-Fi.
Zu meiner neuesten Lieblingsband werden sie es wohl nicht schaffen, aber als eher anspruchsloses “Sommer-Gedudel” (nein, so schlimm sind sie nicht!) ist ihre Musik mehr als geeignet.
Zum Probehören empfohlen seien v.a. “Pangea”, “I Am Warm & Powerful” und “Anna Lee”.



Verdammt, sind die gut!
Sunday, 6. May 2007, 17:56
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Meine Dorfdisko-Abhängigkeit nimmt kein Ende. Ich hab mir deren erste Veröffentlichung, die “Unterwegs EP”, im iTunes Store gekauft und bin hellauf begeistert. Dorfdiskos Anfänge sind etwas rauher, direkter und etwas lauter – aber das ist genau der Garagensound, der bei vielen Bands nach den ersten paar Veröffentlichungen verloren geht.

Man denke an Death Cab For Cutie: Der Charm der ersten DCFC-Alben ging mit der Zeit auch verloren bis zum jüngsten “Plans”, das glatter und unaufregender kaum sein könnte. Ok, jetzt übertreibe ich ein wenig. Auch Plans ist ein hervorragendes Album, aber trotzdem wirkt Plans im Gegensatz zu den frühen Alben überproduziert… Aber Schluss mit Death Cab – dieser Eintrag handelt von Dorfdisko. Also: Dorfdisko anhören! Jetzt! Sofort!



Summer Hits Back
Saturday, 5. May 2007, 20:02
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Dorfdisko – “Kurz vor Malmö”

Wenn die Sonne wieder an Kraft gewinnt, das Studium einem immer weniger abverlangt, und die Freizeit wieder am Busen von Mutter Natur verbracht werden kann, dann wird es Zeit für eine Scheibe, die das ganze akustisch komplementiert.
Die Kölner Indie-Band Dorfdisko hat etwas für diesen Fall parat: “Kurz vor Malmö” heißt deren neuestes Werk – das ganze klingt frisch und geht sofort ins Ohr (anders als bei meinen sonstigen Empfehlungen…).
Der Sound von Dorfdisko erinnert stellenweise an Kante, ein wenig an Tomte.
Ihre deutschsprachigen Texte sind unbeschwert, manchmal naiv und irgendwie dämlich (“Wir haben Kaugummi gekaut, uns’re Zukunft versaut”).
Aber was solls: Bei mir ist das Album zur Zeit jedenfalls in “Heavy Rotation” – einen besseren Begleiter für biergetränkte Terrassen-Chill-Out-Sessions kenne ich im Moment nicht…



Frischer Wind
Saturday, 5. May 2007, 20:02
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Daniel Benjamin – “Daniel Benjamin”

4. November 2006, Szene Wien, erste Reihe: Ich befinde mich in freudiger Erwartung des bevorstehenden John Vanderslice Konzerts. Als Vorband ist ein gewisser Daniel Benjamin angekündigt. Zugegebenermaßen huscht mir der Gedanke durch den Kopf, dieser möge seine Darbietung möglichst kurz halten. Ich bin schließlich wegen John Vanderslice hier.
Ein etwas schüchtern wirkender Mitte-20er tritt auf die Bühne, stellt richtigerweise fest, dass ihn in Österreich (er ist Deutscher) wahrscheinlich sowieso niemand kennt, greift zur Gitarre – und lässt die Kinnladen der (wenigen) Anwesenden zu Boden fallen. Was folgt ist eine 40-minütige Demonstration, wie Songwriting auszusehen hat.
Songs voll Emotionen (aber ohne Kitsch), mit Leidenschaft, Melodie und Ideenreichtum – frisch, ungehört, unabgedroschen. Kurzgesagt eine Wohltat.
Daniel Benjamin singt auf seinem Album in englischer Sprache, Live jedoch auf Deutsch. Wie er selbst sagt, erschiene es im etwas lächerlich vor deutschsprachigem Publikum englisch zu sprechen. Überhaupt ist er ein sehr natürlich und sympathisch wirkender Mensch. Er tritt gemeinsam mit seiner Frau Eleni auf, die ihn am Keyboard unterstützt. Die beiden zeigen auf der Bühne Hingabe und Freude, wie man sie selten erleben durfte.
Daniel Benjamin umgibt eine Aura des Authentischen, des Unverfälschten, der Liebe zur Musik. Das Resümee? Schlichtweg fantastisch!



Ein moderner Klassiker
Saturday, 5. May 2007, 20:00
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Death Cab For Cutie – “The Photo Album”

Death Cab’s “Photo Album” wure zwar schon vor einigen Jahren veröffentlicht, aber es ist nie zu spät ein großartiges Album zu empfehlen, oder? Denn obwohl auch deren andere Alben und auch die neue “Plans” auf einem sehr hohen Niveau sind, ist es doch das “Photo Album”, das den unvergleichlichen Death Cab-Style am besten repräsentiert.

Auf diesem Album gibt es nicht einen einzigen Song, den ich als “schlecht” einstufen würde. Alle sind voll großartiger Melodien, cooler Gitarren-Riffs und interessanter Muster.

Der zweite Titel dieses Albums, “A Movie Script Ending”, war einer der ersten Death Cab Songs, der einigermaßen bekannt wurde.
“Why You’d Want To Live Here” bietet textliche Tiefe, die sich erst bei genauerem Hinhören offenbart.
Das depressive “Styrofoam Plates” beginnt extrem ruhig, gewinnt aber deutlich an Fahrt und lässt auf diese Weise seine negative Energie ab.

Kurzum: Für mich sind Death Cab For Cutie nichts Geringeres als die Definition von Indie-Rock.



Das Richtige nach dem langen Winter
Saturday, 5. May 2007, 19:48
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The Long Winters – „When I Pretend To Fall“

Der diesjährige Winter war lang und hart, aber wir haben ihn überstanden. Um dieses erfreuliche Ereignis zu unterstreichen, bietet sich die Musik der „Long Winters“ an.
Deren Musik versprüht, obwohl der Name anderes vermuten lässt, einen Hauch von Frühling. The Long Winters machen keine schwere, depressive, melancholische Musik, sondern zaubern eher leichte, Lebenskraft erweckende Klänge ins Ohr des Zuhörer. Frontman John Rodericks Stimme ist kraftvoll, aussagekräftig und auf Anhieb sympathisch.
Mittlerweile traue ich mich schon fast von einem „typischen Barsuk-Stil“ zu sprechen – das Label aus Seattle steht für einen immens hohen Indie-Qualitätsstandard. Auch die von mir so geliebten Nada Surf, Death Cab For Cutie und John Vanderslice stehen dort unter Vertrag.
Aus der Fülle der guten Songs auf „When I Pretend To Fall“ stechen vor allem „Scared Straight“ und das energiespendende „Cinnamon“ hervor. Auch „Bride and Bridle“ und „Blanket Hog“ sind großartige Songs – von erstem gibt es auf der Barsuk-Homepage eine hörenswerte unplugged-Version.



Wenn Gutes noch besser wird
Saturday, 5. May 2007, 19:47
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Howie Beck – „Howie Beck“

Howie Becks erstem Album, „Hollow“, habe ich bereits vor ein paar Wochen einige Zeilen gewidmet.
Diesmal geht es um sein zweites, neues Album, welches erst seit kurzer Zeit hier in Europa offiziell erhältlich ist. In Howies Heimatland Kanada ist es jedoch schon seit mehr als einem Jahr auf dem Markt. Warum man uns hier so lange auf dieses Gesamtkunstwerk warten ließ, bleibt fraglich.
Nachdem ich bereits von „Hollow“ so angetan war, hielt ich eine Steigerung kaum für möglich. Dennoch: „Howie Beck“ ist noch besser.
Der erste Song der Platte ist gleich mein persönliches Highlight. „Alice“ ist ein recht kurzer und simpler Song, geht aber sofort ins Ohr, wo er sich auch dauerhaft festsetzt.
„Sometimes“ ist genauso großartig, jedoch pompöser in der Machart. Der Song hat einfach unglaublich viel Atmosphäre und einen warmen, sympathischen Sound, wie er für Howie Beck charakteristisch ist.
„My Low“, „Zombie Girl“ und „Everybody Sold Out“ sind ebenfalls eine ganz besondere Empfehlung wert.
Insgesamt ist „Howie Beck“ eine wahre Bereicherung jeder Plattensammlung. Hoffentlich braucht Howie diesmal nicht so lange, um wieder ein neues Album hervorzubringen.



Es ist wieder passiert
Saturday, 5. May 2007, 19:46
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John Vanderslice – „Pixel Revolt“

Es ist wieder geschehen: Die mir unbekannte Vorband hinterlässt einen bleibenden Eindruck. So gings mir schon bei Howie Beck, diesmal ist es John Vanderslice, ein großartiger Songwriter aus San Francisco, den ich als Support Act von Death Cab For Cutie erleben durfte.
Seine Musik ist ganz auf der Linie Monta – Howie Beck. Die Studio-Aufnahmen sind ruhige, schöne und melodiöse Kleinode. Live versteht es Vanderslice seine Songs deutlich kräftiger zu gestalten.
Eine besondere Empfehlung sind die grandiosen Songs „Radiant With Terror“ sowie „Continuation“. Ersterer erinnert sehr an Smashing Pumpkins „Disarm“, jedoch mit deutlichem Indie-Einschlag.
„Continuation“ ist eine äußert ansprechende Komposition aus treibendem Beat und lässigen Streichern. Grandios, genau wie das gesamte Album.